Über Laquerart - Lackwaren

Auch heute noch werden in Burma in aufwendiger und liebevoller Handarbeit Accessoires wie Schmuck, Schatullen, Tabletts und Trinkbecher aber auch große Gegenstände, wie Vitrinen und Schränke in der hohen Kunst der Lacktechnik gefertigt.

Der Vielfalt im Bereich der Lacquerware sind keine Grenzen gesetzt. Sowohl Kunst- als auch Haushaltsgegenstände werden mittels dieses traditionellen Kunsthandwerks hergestellt. Da die burmesischen Lackarbeiten im täglichen Hausgebrauch eingesetzt werden, sind sie selbstverständlich lebensmitteltauglich, wasserfest und weitgehend bruchsicher, allerdings sind sie nur begrenzt hitzebeständig.



Der Korpus eines jeden Stückes besteht aus einem Untergestell aus geflochtenem Bambus oder Rattan oder auch aus geflochtenem Pferdehaar.



Darauf wird in verschiedenen Arbeitsgängen schichtweise der Lack, der aus dem sogenannten Lackbaum („lacquer tree“) gewonnen wird, aufgetragen.

Das Harz dieses Baumes, der nur 2000 bis 3000 m über dem Meeresspiegel wächst, ist zuerst braun und wird erst innerhalb einiger Tage unter dem Einfluss von Sauerstoff langsam dunkler, bis es schließlich tiefschwarz ist.

Viele und langwierige Arbeitsschritte müssen durchlaufen werden, bis man die Stücke letztendlich mit verschiedenen Ritztechniken gravieren und verzieren kann.
Jede Schicht Lack benötigt mehrere Tage, meist 3 – 10 Tage, um aushärten zu können. Dies erfolgt in weitgehend staubfreien unterirdischen Trocknungskammern. Zwischen den einzelnen Lackaufträgen, von insgesamt 4 – 7 werden die Stücke immer wieder per Hand abgeschliffen und poliert, um zu einer ebenen und glatten Oberfläche zu gelangen und um den Stücken Dichte und Festigkeit zu verleihen.

Nach beendeter Gravur mit spitzen Eisen in unterschiedlicher Stärke werden die Gegenstände in ein, mit natürlichen Farbpigmenten versehenes Farbbad getaucht.
Die anspruchsvolle Verarbeitung jedes einzelnen Stückes, die kunstvollen Ornamente sowie die sich mit den jeweiligen Lichtverhältnissen verändernde Ausstrahlung der Objekte macht die burmesische Lacquerware zu beliebten Stücken bei Sammlern oder Menschen, die edles Kunsthandwerk zu schätzen wissen.

Diese qualitativ aufwendige Herstellungstechnik kann teilweise Fertigungszeiten bis zu einem Jahr, v.a. bei größeren Stücken wie Tischen oder Paravents, mit sich bringen.

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